Ausziehen! Lieber eine neue Wohnung als ein altes Kinderzimmer!

Für junges und leistbares Wohnen!
Der Führerschein wird oft als Ticket in die Freiheit, in ein selbstbestimmtes Leben gesehen. Ähnlich verhält es sich mit der ersten Wohnung. Der Abschied vom „Hotel Mama“, auf eigenen Beinen stehen, Verantwortung tragen. Alles Ziele, die junge Menschen früher oder später als erstrebenswert erachten. Doch liegen viele Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Oftmals enden die ersten Schritte in einem finanziellen oder bürokratischen Desaster.
Die Junge Generation in der SPÖ Oberösterreich setzt sich zum Thema „Leben in Oberösterreich“ mit dem Bedürfnis nach verfügbaren und leistbaren Wohnungen auseinander. In zahlreichen ExpertInnengesprächen haben wir Forderungen formuliert, die den Wohntraum trotz Hürden wahr werden lassen,
Die drei wesentlichen Forderungen, die von der Landespolitik unterstützt und umgesetzt werden sollen, sind:
> Mehr Wohnungen braucht das Land!
> Wohnungen müssen leistbar werden!
> 500 Euro Starthilfe für ErstmieterInnen!
My home is my castle
War es in früheren Jahren sofort das eigene Haus und damit hohe Kredite die für Probleme sorgten, erfreuen sich heute Mietwohnungen bei jungen Menschen besonderer Beliebtheit. Das hat zur Folge, dass in Oberösterreich jährlich aktuell 7.000 Wohnungen fehlen.
Mehr Wohnungen braucht das Land!
Wer schon mal eine Wohnung gesucht hat, kennt den Hürdenlauf. Genossenschaftswohnungen stehen ganz oben auf der Wunschliste der Wohnungssuchenden. Eine solche zu bekommen ist aufgrund mehrjähriger Wartezeiten mühsam. So bleibt vielen nur der private Wohnungsmarkt. Und siehe da: Viel Nachfrage und wenig Angebot an Wohnungen machen den Mietpreis teuer. So teuer, dass junge Menschen in Oberösterreich im Schnitt 47% ihres Einkommens für die eigene Wohnung hinblättern. Aus Mangel an finanziellen Ressourcen bleibt vielen als einzige Alternative das „Elternhaus“. Wer den Sprung dennoch wagt und sich eine eigene Wohnung sucht, nimmt den Kampf mit der Schuldenfalle auf.
Aus diesen Gründen fordert die Junge Generation OÖ eine Wohnbauinitiative durch das Land Oberösterreich. Zwar wird schon jetzt viel investiert, ausreichend ist das aber immer noch nicht, wie die Situation am Wohnungsmarkt eindrucksvoll zeigt. Schwarze Schafe im Wohnungsbau gibt es auch im Bereich der Gemeinden. Während vor allem die Städte und sozial aktive Gemeinden in Zusammenarbeit mit genossenschaftlichen BauträgerInnen dafür sorgen, dass das nötige Budget bereitgestellt wird, verschlafen „schwarze“ Gemeinden die notwenigen Maßnahmen. Dort herrscht anscheinend noch das Motto: Wenn die Leute keine Wohnung haben, sollen sie sich halt ein Häuschen bauen. Umso wichtiger ist es somit, dass Wohnungssuchende ihren Wohnbedarf der Gemeinde melden. Denn wenn es um WählerInnenstimmen geht, werden auch die müdesten GemeindepolitikerInnen plötzlich munter.
Wohnungen müssen leistbar werden!
Ist erst mal eine Wohnung gefunden, soll das Einkommen auch bis zum Monatsende reichen. Hohe Mieten verhindern das. Zwar hat es in der Vergangenheit Obergrenzen für Mietkosten pro Quadratmeter gegeben, diese Regelungen wurden aber in der Zwischenzeit aufgeweicht und sind nur mehr für einen kleinen Teil des Wohnungsangebotes gültig. So kostet eine 50 m2 Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt vielfach über 500 Euro. Für junge MieterInnen mit Durchschnittseinkommen wird eine solche Wohnung zum finanziellen Risiko.
Die Junge Generation OÖ fordert daher verbindliche Höchstmieten. Dadurch wird verhindert, dass VermieterInnen junge MieterInnen mit dringendem Wohnungsbedarf finanziell ausbeuten.
Weiters bedarf es einer besseren vertraglichen Absicherung für junge MieterInnen. Mietverträge, die auf drei Jahre befristet wurden, sollen nicht nochmals nur für drei Jahre verlängert werden dürfen. Die automatische Verlängerung durch einen unbefristeten Mietvertrag bringt für MieterInnen Sicherheit und sorgt dafür, dass der Wohntraum nicht schon nach wenigen Jahren wieder ausgeträumt ist!
500 Euro Starthilfe für ErstmieterInnen!
Was uns noch unter den Nägeln brennt: Die erste Wohnung einrichten, Kaution und vielfach Maklergebühren zahlen, etc. Die Liste der Kosten für eine neue Wohnung ist lang. Wir fordern daher vom Land Oberösterreich eine finanzielle Starthilfe für ErstmieterInnen in der Höhe von 500 Euro. Diese Forderung ist nicht neu. Junge Abgeordnete der SPÖ haben das im Oberösterreichischen Landtag bereits gefordert, doch die Blockade von ÖVP und Grünen verhinderte damals die Realisierung. In Zeiten steigender Wohnkosten ist jeder Beitrag zur finanziellen Entlastung besonders wichtig. Wir wollen Anreize schaffen, die den Sprung in die Eigenständigkeit erleichtern! Damit Wohnen leistbar wird.
Infofolder zum Downloaden